Du bist 16 – darf ich trotzdem irgendwas tun bei der Kommunalwahl?

von Andi

Kurze Antwort: Ja. Und zwar mehr, als du vielleicht denkst.

Wählen darf man in Bayern erst ab 18 – das ist so und lässt sich gerade nicht ändern. Aber das bedeutet nicht, dass du als 16-Jährige oder 16-Jähriger im Landkreis Miesbach einfach zuschauen musst, was Erwachsene entscheiden. Es gibt tatsächlich echte Möglichkeiten, mitzumischen. Hier sind die wichtigsten.

Seit Februar 2024 gibt es in Miesbach das erste Jugendparlament im ganzen Landkreis – und das ist ein ziemlich großes Ding. Acht Jugendliche zwischen 13 und 27 Jahren wurden gewählt. Sie bekommen jeden Monat die Tagesordnung der Stadtratssitzung, sie haben Rederecht im Stadtrat, und sie verwalten ein eigenes Jahresbudget von 5.000 Euro für eigene Projekte. Ein erstes Herzensthema der Mitglieder: ein großes Festival mit dem Namen „MiesPunk" auf der Klosterwiese mit freiem Eintritt.

Das Jugendparlament ist offen – du musst nicht Mitglied sein, um mitzumachen. Offene Treffen finden regelmäßig statt, zum Beispiel im Haindlkeller in Miesbach. Einfach auftauchen, zuhören, eigene Ideen einbringen. Wer bei der nächsten Amtsperiode dabei sein will: Die Bewerbung läuft über die Stadt Miesbach.


Wie du dich einbringen kannst

Versammlung

Die Jugendbürger- versammlung

Die Stadt Miesbach veranstaltet regelmäßig eine eigene Bürgerversammlung nur für junge Menschen, bei der der Bürgermeister direkt zuhört und Fragen beantwortet. Das klingt nach einer Alibiveranstaltung, ist es aber nicht: Das Jugendparlament selbst ist aus einer solchen Versammlung im Jahr 2020 hervorgegangen. Wer ein konkretes Anliegen hat – Busverbindung, fehlende Freizeitanlage, irgendwas, das nervt – das ist der perfekte Ort, um es laut zu sagen.

Ab 16 Jahren

Bürgerantrag stellen

Das darf jede Person ab 16 Jahren in Bayern. Du kannst beim Stadtrat oder Gemeinderat formal einen Antrag einreichen, der dann behandelt werden muss. Klingt bürokratisch – aber genau so hat z. B. Andi Kempf 2020 angefangen, das Jugendparlament durchzusetzen. Es hat ein paar Jahre gedauert, aber es hat geklappt.

Mitmachen

Mithelfen im Wahlkampf

Wählen geht nicht – aber sich einbringen schon. Wer hinter einer bestimmten Liste oder Partei steht, kann im Wahlkampf aktiv werden: Flyer verteilen, bei Veranstaltungen helfen, Social Media mitgestalten. Das ist kein Trost-Preis, sondern eine echte Möglichkeit, den Ausgang der Wahl zu beeinflussen.

Öffentlich

Einfach hingehen: Stadtratssitzungen

Das wissen die wenigsten: Sitzungen des Stadtrats (und des Kreistags) sind in der Regel öffentlich. Du kannst einfach hingehen, zuhören und sehen, wie Entscheidungen getroffen werden – über Themen, die direkt deinen Alltag betreffen. Weniger trocken als es klingt, wenn man mal drin sitzt.


Und wenn du 18 wirst – bevor der neue Gemeinderat sein Amt antritt?

Die gewählten Gemeinderäte und der neue Bürgermeister oder die neue Bürgermeisterin treten ihr Amt erst nach der Wahl an – das dauert ein paar Wochen. Wer also zwischen dem 8. März und dem Amtsantritt 18 Jahre alt wird, hat diesmal leider Pech gehabt. Aber: Jede Wahl kommt wieder. Und bis dahin gibt es mehr als genug zu tun.

Das Jugendparlament Miesbach zeigt: Wenn sich junge Leute einbringen wollen, passiert tatsächlich was. Der nun endlich geplante Skaterpark würde noch länger auf sich warten lassen.


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