Ist vapen besser als Rauchen?

von lilian ena meow-meow

Dass das herkömmliche Rauchen extrem gesundheitsschädigend ist, ist mittlerweile bei den meisten Menschen angekommen. Es erhöht das Risiko für Krebserkrankungen, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel einem Herzinfarkt und natürlich auch für Atemwegs- bzw. Lungenerkrankungen.[1] Was aber nicht so schädlich sei wie Rauchen ist Vapen. Nicht nur sei es weniger schädlich, sondern es schmecke auch gut und man stinke danach nicht. Demnach sei es ideal für Jugendliche, die auch mal cool eine rauchen wollen, oder? Das wollen einem zumindest die ganzen Firmen einreden, die damit ihr Geld verdienen. Fragt man Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, kommen die zu einem weitaus gefährlicheren Ergebnis.

Wo kommt der Trend her?

Auf der Weltkonferenz zur Tabakkontrolle in Dublin im Jahr 2025 wurden interessante Daten veröffentlicht: 2023 starben 7,36 Millionen Menschen wegen ihres Tabakkonsums.[2] Denn das herkömmliche Rauchen ist schlicht extrem gesundheitsschädigend. 1963 kam demnach das erste Mal die Idee für eine elektrische Zigarette von Herbert. A. Gilbert. Jedoch konnte er niemanden finden, der sich dafür interessierte bzw. der willig war in diese Idee zu investieren. Erst 2003 stellte darauf aufbauend der chinesische Apotheker Hon Lik die erste E-Zigarette her, um eine „gesündere Alternative“ zum herkömmlichen Tabakrauchen zu geben. Diese Zigaretten, auch Vapes genannt, funktionieren nämlich mit Wasserdampf, dem Nikotin zugeführt wird, um diesen beruhigenden Effekt von „eine rauchen“ zu behalten. Ansonsten würde sie bei herkömmlichen Rauchern vermutlich nicht wirklich Anklang finden.[3]
Kurzer Einschub: Vaporizer (kurz Vapes) und E-Zigaretten sind eigentlich nicht das Gleiche. Bei Vaporizern werden lediglich Kräuter verdampft, die man dann inhaliert. Bei E-Zigaretten werden die sogenannten E-Liquids erhitzt und verdampft, die sämtliche Geschmacksstoffe, Aromen und meist auch Nikotin enthalten. Mittlerweile nennt man alles Vapes, weil sich der Begriff so eingebürgert hat, aber eigentlich gibt es da einen Unterschied.[4]
Die erste Version der E-Zigarette wurde immer weiterentwickelt. Die Modelle wurden handlicher, ließen sich leichter aufladen, haben teilweise Displays bekommen und auch viele verschiedene Geschmacksrichtungen wurden hinzugefügt. Es gibt mittlerweile zum Beispiel „Sub-Ohm“-Geräte, die mehr Dampf und Nikotin entwickeln. Oder „Pod“ E-Zigaretten, die aus Pods mit Liquid und Heizelement bestehen, wobei sich die Batterie für das Heizen wieder aufladen lässt.
Je schöner das Design und je besser der Geschmack, desto weniger achtet man auf die großen Risiken, die Vapen mit sich bringt, und desto mehr Anklang finden sie vor allem bei Jugendlichen. Ideal für die großen E-Zigaretten Produzenten.

Was ist die Gefahr?

Auch wenn E-Zigaretten ursprünglich mit der Intention gebaut wurden, eine weniger schädliche Alternative zum Rauchen zu bieten, hat die Industrie mittlerweile einen anderen Weg eingeschlagen.
Mittlerweile sind sie so verschönert, dass sie gar keinen Anschein machen, als würde man mit ihnen Drogen konsumieren können. Das ist es nämlich am Ende des Tages, Drogenkonsum. Aber die bunten Designs und süßen Geschmäcke verschleiern diese Tatsache. Das macht es besonders attraktiv für Kinder und Jugendliche. Natürlich ist der Kauf von E-Zigaretten offiziell ab 18, aber die VerkäuferInnen wissen ja nur wem sie es verkaufen, nicht wer tatsächlich dampft. Das ist ein großes Problem, denn Nikotinkonsum ist ein erster Einstieg in die Abhängigkeit davon. Wer im Jugendalter bereits E-Zigaretten konsumiert, raucht mit höherer Wahrscheinlichkeit im späteren Leben auch herkömmliche Zigaretten.[5] Außerdem gibt es eine weitere Konsequenz, die gerade bei Menschen wichtig ist, deren Gehirne sich noch im Entwicklungsstadium befinden: Nikotin kann bei Konsum im Jugendalter chronische Erkrankungen oder generell Konzentrationsprobleme auslösen.
Wegen den oben genannten Gründen sind auch die sogenannten Frucht-Vapes in China verboten, um die Jugend zu schützen. Der Hauptproduzent hat eingesehen, dass sie eine zu große Gefahr sind, verkaufen sie jedoch an Länder wie Deutschland weiter, weil man sie hier einwandfrei kaufen kann.
Schließlich gibt es auch noch Einweg-E-Zigaretten. Besonders praktisch, besonders gefährlich. Aus zwei Gründen:
Erstens sind sie eine massive Belastung für die Umwelt. Durch diese Lithium-Ion Akkus ist es bereits öfters zu Explosionen auf den Müllhalden gekommen, weil sie überhitzt sind. Die Verschmutzung der Umwelt, die bei diesen Explosionen entsteht, ist nicht zu unterschätzen.[6]
Zweitens sind sie für den Menschen schädlicher als das herkömmliche Rauchen. Man inhaliert bei diesen nämlich nicht nur Nikotin, sondern auch sämtliche andere Elemente wie zum Beispiel Blei, die aus den Bauteilen der Vapes in Flüssigkeit übergegangen sind und das in Konzentrationen, dass sie teilweise ein höheres Risiko als „normales“ Rauchen darstellen. Dies geht aus einer Studie der University of California vom Juni 2025 hervor. Zwar muss man dazusagen, dass sie dort nur drei von hundert Marken getestet haben und sie auch selbst sagen, dass es nicht die neuesten Modelle waren, weil die Industrie schneller sei als die Wissenschaft, dennoch sollte jedem Vaper und jeder Vaperin diese Erkenntnis zu bedenken geben. Es kann nämlich gut sein, dass die dort untersuchten Produkte nicht die einzigen sind, die diese Probleme aufweisen.

Was tun und eigenes Fazit

Was man als Einzelperson tun kann, ist am besten „einfach“ nicht zu rauchen. Aber natürlich ist das leichter gesagt als getan. Drogenkonsum ist häufig eine Folge vom eigenen sozialen Umfeld. Wenn du aber jemanden kennst, der oder die vapet, gibt es mittlerweile auch Präventionsprogramme, wie zum Beispiel nachvorn oder auch Angebote, die beim Aufhören helfen, wie bei der Bundeszentrale für gesunheitliche Aufklärung: https://rauchfrei-info.de/
Ansonsten liegt wie oft vieles in der Hand unserer Bundesregierung und der EU. Wie es auch zum Beispiel Dänemark bereits beschlossen hat, wäre es ein erster guter Schritt, Einweg-Vapes komplett zu verbieten und am besten auch die Geschmacksverstärker, damit es nicht zu sehr verharmlost wird, Drogen zu konsumieren, und damit auch die Umwelt nicht noch eine zusätzliche Last neben all den anderen Problemen auferlegt bekommt.
Vapen ist nicht wirklich besser als Rauchen, das sollte jede/-r verstanden haben. Das Problem wird nicht kleiner und es müsste vor allem an Schulen viel mehr darüber gesprochen werden. Sobald zumindest die Jugend ein Bewusstsein dafür geschaffen hat, was beim Vapen genau passiert, sind wir schonmal ein gutes Stück weiter.

Autor: Basti Pfeiffer