von lilian ena meow-meow
Miesbach – Demokratie soll an diesem Abend nicht nur Thema sein, sondern erlebbar werden: Wenn am Freitag, 2. Oktober, die Lange Nacht der Demokratie ins Bunte Haus zurückkehrt, erwartet die Besucher deshalb weit mehr als klassische Vorträge und Diskussionsrunden. Ab 16 Uhr reicht das Programm von Workshops und Mitmachaktionen über Kabarett und Musik bis hin zu Angeboten für Kinder und Jugendliche.
Organisiert wird die zweite Auflage vom Kreisjugendring Miesbach, dem Bunten Haus und der Volkshochschule Oberland. Zahlreiche Vereine, Initiativen und Einrichtungen aus der Region beteiligen sich ebenfalls. Gegenüber der Premiere im Jahr 2024 ist das Angebot noch einmal gewachsen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht, dass am Ende alle dieselbe Meinung vertreten. Vielmehr soll Raum dafür entstehen, unterschiedliche Ansichten auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Hier setzt auch unser JuZone an: Beim interaktiven Thesentisch „Red mi um!“ können Besucher ab 16.30 Uhr versuchen, ihr Gegenüber (Matthias Bär) mit Argumenten zu überzeugen – oder sich vielleicht selbst von einer anderen Sichtweise überzeugen lassen. Diskutieren, zuhören und Standpunkte hinterfragen gehören dabei ausdrücklich dazu.
„Es müssen nicht alle einer Meinung sein“, sagt Meike Enzenauer vom Kreisjugendring. Angesichts einer zunehmend negativen Stimmung in politischen Debatten sei es wichtig, andere Argumente anzuhören und unterschiedliche Standpunkte auszuhalten. „Jeder kann dabei etwas für sich mitnehmen“, sagt Enzenauer, „und sei es nur ein Denkanstoß.“
Dass dafür niemand einen festen Ablauf verfolgen muss, gehört zum Konzept. „Die Veranstaltung lebt vom Flanieren“, erklärt Veronika Weese von der Volkshochschule Oberland. Besucher können sich frei durch das Bunte Haus bewegen, spontan bei einzelnen Angeboten stehen bleiben und selbst entscheiden, wo sie mitmachen möchten.
Dabei richtet sich die Lange Nacht keineswegs nur an Erwachsene. Mehrere Programmpunkte sind speziell für Kinder gedacht, andere sollen unterschiedliche Generationen zusammenbringen. Workshops, eine digitale Schnitzeljagd, Graffiti-Aktionen oder Gesprächsformate machen das Thema auf verschiedene Weisezugänglich. „Demokratie ist nicht langweilig“, betont Weese. Diese Botschaft wolle die Veranstaltung vermitteln.
Auch auf der Bühne wechseln sich unterschiedliche Formate ab. Neben Diskussionen und Vorträgen gehören Musik, Kabarett und weitere kulturelle Beiträge zum Programm.
Zum Ende rückt noch einmal das Gemeinsame in den Vordergrund. Bei einem interreligiösen Friedensgebet kommen Vertreter der christlichen Konfessionen und des Islams zusammen, musikalisch begleitet vom Jazzchor Miesbach. Anschließend klingt die Lange Nacht mit einer Silent Disco aus. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Spenden sind willkommen.