Was ist PCOS – Polyzystisches Ovarialsyndrom?

von Andi

PC… Was? Ich wusste auch ganz lange nicht, was das ist, und deswegen klären wir in diesem Artikel auf. PCOS ausgeschrieben heißt Polyzystisches Ovarialsyndrom – zwei ziemlich lange Wörter. Dieses Syndrom betrifft Frauen und Personen mit Eierstöcken im gebärfähigen Alter.

Was bedeutet dieses Syndrom konkret?

Es handelt sich um eine fruchtbarkeitsmindernde Diagnose. Das bedeutet, dass es bei einem späteren Kinderwunsch schwieriger sein kann, schwanger zu werden – das muss aber nicht automatisch so sein.

Es können folgende Symptome auftreten:

  • Unregelmäßiger Zyklus
  • Probleme beim Abnehmen
  • Erhöhter Testosteronspiegel (z. B. vermehrter Haarwuchs an Stellen, an denen bei Frauen typischerweise wenig Haare wachsen)
  • Entwicklung einer Insulinresistenz, was später zu Diabetes führen kann
  • Haarausfall

Wie funktioniert das im Körper?

Zur Erklärung: In der Regel findet bei einer Frau einmal im Monat ein Eisprung statt, der meist regelmäßig kommt. Beim PCOS läuft das etwas anders ab: In den Eierstöcken reift nicht nur ein Follikel (Eizelle) heran, sondern viele gleichzeitig. Es sind also mehrere unreife Eizellen vorhanden, was den Prozess verzögert, bis eine davon tatsächlich springt. Da das Ei nicht jeden Monat zur gleichen Zeit springt, entsteht ein unregelmäßiger Zyklus.

Diagnose und nächste Schritte

Die Diagnose PCOS kann nur von einem:einer Gynäkolog*in gestellt werden, zum Beispiel durch eine Blutentnahme und eine gynäkologische Untersuchung.

Solltest du diese Diagnose erhalten haben, geh bitte als Nächstes zu einem:einer Diabetolog*in (Fachleute für Diabetes) beziehungsweise zu einem:einer Endokrinolog*in (Fachleute für Hormone), um eine Insulinresistenz auszuschließen.

- Ernährung: Wenn eine Insulinresistenz vorliegt, bietet sich eine Ernährungstherapie oder -beratung an, um Diabetes vorzubeugen. Unter Umständen ist es möglich, dass die Insulinresistenz durch einen angepassten Lebensstil wieder ganz verschwindet.
- Vorsorge: Am besten lässt du dich regelmäßig gynäkologisch und endokrinologisch untersuchen, um alles im Blick zu behalten. Die zuständigen Ärzt*innen können dir auch dabei helfen, die Symptome der Erkrankung zu lindern.

Du bist nicht allein!

Diese Diagnose ist nicht das Ende der Welt, auch wenn es sich im ersten Moment so anfühlt. Such dir eine Bezugsperson, mit der du darüber reden kannst oder der du vertraust. Vielleicht mag dich diese Person sogar zu den Terminen begleiten.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Auch wenn diese Diagnose als fruchtbarkeitsmindernd gilt, vergiss bitte nicht die Verhütung, um dich vor einer ungeplanten Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen.

 

Beitrag: Franziska Sippl