Sex – aber smart!

von Meike Enzenauer

Was du über sexuell übertragbare Krankheiten wissen solltest!

Ja, ich weiß das Thema ist mega uncool. Aber so wichtig, dass du darüber Bescheid weißt. Denn nur wenn du weißt, wie du dich schützt, kannst du dich und deine Partnerin bzw. deinen Partner schützen.

Sex kann Spaß machen und sollte es auch, das ist ganz wichtig! Und wenn wir ehrlich sind: Darüber reden viele miteinander. Aber über Schutz wird oft viel zu wenig gesprochen. Aber wer darüber redet ist nicht „uncool" sondern einfach nur schlau. Sexuell übertragbare Krankheiten sind nämlich gar nicht so selten, wie du glaubst, denn viele merken nicht einmal das sie krank sind. Genau deshalb solltest du Bescheid wissen!

Was genau ist eine sexuell übertragbare Krankheit?

Sexuell übertragbare Krankheiten sind Infektionen, die meistens beim Geschlechtsverkehr übertragen werden – egal ob vaginal, anal oder oral. Manche sind easy behandelbar andere begleiten Betroffene oft ein Leben lang. Umso wichtiger ist es, sich und andere zu schützen.

Die wichtigsten sexuell übertragbaren Krankheiten auf einen Blick

Chlamydien

Sehr verbreitet – und oft keine Symptome. Genau das macht sie so tricky. Unbehandelt können Chlamydien später zu Problemen wie Unfruchtbarkeit führen. Wenn die Infektion erkannt wird, kann sie gut mit Antibiotika behandelt werden. Wichtig: Die Diagnose sollte immer durch Ärzt*innen erfolgen.
Schutz: Kondome

Gonorrhoe („Tripper")

Kann Brennen beim Wasserlassen oder brennenden Ausfluss verursachen – muss aber nicht. Auch diese Krankheit ist gut behandelbar. Allerdings gibt es inzwischen teilweise Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika.
Schutz: Kondome

HPV (Humane Papillomviren)

HPV ist super häufig. Manche Arten des HPVs verursachen Warzen im Genitalbereich, andere können Krebs (z. B. Gebärmutterhalskrebs) verursachen. Das betrifft nicht nur Frauen – auch Männer können betroffen sein.

Es gibt eine Impfung gegen HPV, die für alle Geschlechter empfohlen wird und am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr wirkt. Die Impfung bekommst du zum Beispiel bei Kinderärzt*innen, Hausärzt*innen oder Gynäkolog*innen.
Schutz: Kondome + Impfung

Herpes genitalis

Bläschen im Genitalbereich, die immer wieder auftreten können. Herpes ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.
Schutz: Kondom

HIV

HIV greift das Immunsystem an. Früher war die Erkrankung oft ein Todesurteil – heute kann HIV mit Medikamenten sehr gut behandelt werden. Unbehandelt kann HIV später zu AIDS führen. Jeder Mensch kann sich infizieren – unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung.
Schutz: Kondome reduzieren das Risiko, bieten aber keinen vollständigen Schutz.

Syphilis

Syphilis verläuft in mehreren Phasen und kann unbehandelt richtig gefährlich werden. Es kann schwere Schäden im ganzen Körper verursachen. Das passiert meistens erst Jahre nach der Ansteckung. Früh erkannt ist Syphilis gut mit Antibiotika behandelbar.
Schutz: Kondome

Wie schützt du dich – ohne Spaßverlust?

  • Kondome sind euer bester Freund – sie schützen dich vor vielen sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Regelmäßige Tests sind wichtig – besonders bei wechselnden Partner*innen.
  • Offen reden: Ja, das kann unangenehm sein, insbesondere wenn du/ihr euch wirklich etwas eingefangen habt. Seid bitte ehrlich miteinander: Wenn ihr wisst, dass ihr euch angesteckt habt oder ein Risiko besteht, sprecht offen darüber. Nur so könnt ihr euch selbst und andere schützen.
  • Impfungen checken, zum Beispiel gegen HPV.

„Ich merk doch, wenn ich was habe … oder?"

Leider nicht immer. Viele sexuell übertragbare Krankheiten verursachen erstmal keinerlei Symptome. Das bedeutet: Du kannst jemanden anstecken, ohne es zu wissen – oder selbst infiziert sein, ohne etwas zu merken.

Ups … es ist uns eine Verhütungspanne passiert!

Das kann jedem einmal passieren – wirklich. Aber was tun, wenn es passiert ist? Wenn keine andere hormonelle Verhütung besteht, kann die „Pille danach" eine ungeplante Schwangerschaft verhindern. Sie schützt allerdings nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Außerdem solltest du – egal welches Geschlecht du hast – ärztlichen Rat einholen, zum Beispiel bei:

  • Hausärzt*innen
  • Gynäkolog*innen
  • Urolog*innen
  • Dermatolog*innen

Dort kannst du dich testen und gegebenenfalls behandeln lassen.

Und ganz wichtig: Rede mit jemandem, dem du vertraust. Eine Verhütungspanne ist nichts, wofür man sich schämen muss.

Realtalk

Sich zu schützen bedeutet nicht weniger Spaß – sondern Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen. Das ist ziemlich attraktiv und cool!

Fazit

Sex gehört zum Leben, haben wir fast alle und das wissen wir auch alle. Aber informiert zu sein hilft dir dabei, gute Entscheidungen für dich und andere zu treffen.

Jemand der mit dir ungeschützten Geschlechtsverkehr haben möchte und du das nicht möchtest – bleib dabei, denn „Nein" heißt „Nein"! Dein Körper, deine Grenzen und vor allem deine Gesundheit!

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass dieser Artikel keine medizinische Beratung ersetzt!

Franziska Sippl

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