Wird KI uns alle mal ersetzen?

von Andi

KI findet nun immer mehr Bedeutung und Verwendungszwecke in unserer Welt, speziell bei uns Jugendlichen. Das erkennt man leicht, wenn man sich einfach mal in ein Klassenzimmer hinten reinstellt: kaum hat die Lehrkraft eine Frage gestellt geben mindestens 50% der SchülerInnen genau diese Frage bei ChatGPT ein. Und was vor ein paar Jahren noch ziemlich falsche und teils sogar richtig kuriose Antworten der künstlichen Intelligenz waren, sind heute schon sehr oft fundiertere, professionelle Erklärungen. Warum sollte man sie also nicht nutzen? Es ist leicht, schnell und abgesehen von den riesigen Kosten für das Klima auch ziemlich billig.

Das merken auch Unternehmen. Deswegen stellt sich dann die Frage, wie sich die KI auf die Jobs der Zukunft auswirken kann. Wird sie uns Menschen komplett ersetzen? Wird sie nur an ein paar Stellen helfen? Oder wird sie gar unbrauchbar sein? Darüber möchte ich ein wenig Klarheit schaffen.

Wie viel wird KI jetzt schon von Unternehmen verwendet?

Um die Veränderung der Jobwelt zu analysieren muss man tatsächlich gar nicht weit in die Zukunft blicken.

Die Studie „AI-ready Enterprise 2024“ der Lufthansa zeigt, dass das Interesse der Unternehmen mit KI zu experimentieren immer mehr zunimmt. Vor allem für die Erstellung von Texten wird sie oft verwendet. Sonst ist alles noch relativ experimentell, es wird viel rumprobiert anstatt sich schon auf feste Einsatzmöglichkeiten zu beschränken. Wer aber bei aktuellen Werbespots genau hinschaut, wird erkennen, dass sich hier mehrere Unternehmen bereits von KI helfen lassen.

Zum Beispiel wurde der Weihnachtswerbespot von Coca Cola letzten Jahres rein mit KI erstellt. Dafür haben sich 5 Personen 30 Tage hingehockt und gepromptet bis zum geht nicht mehr. Ob das Ergebnis überzeugt? Da bin ich eher skeptisch, aber da soll sich am besten jeder selbst ein Bild von machen. Vermutlich hätte ein Team nur aus Menschen einen besseren Job gemacht, die Frage ist nur wie lange das noch so ist.

Welche Jobs sind am meisten von KI gefährdet?

Am effektivsten hilft KI in Jobs, bei welchen große Datenmengen analysiert und eventuelle Muster erkannt werden müssen. Das ist quasi das Spezialgebiet für die künstliche Intelligenz.

Das heißt, dass viele klassische Büroberufe, die sich um zum Beispiel Verwaltung drehen, vermutlich bald überflüssig werden. Auch das Übersetzen oder Buchhalten wird von KI vollständig übernommen werden können. Man sollte sich also zum Beispiel nicht das Ziel setzen Dolmetscher zu werden. Schon heute gibt es zahlreiche Apps mit denen man gesprochene und geschriebene Fremdsprachen leicht übersetzen lassen kann.

Neben den Jobs, die zu 100% von KI ersetzt werden können, gibt es natürlich auch jene, die nur teilweise Unterstützung durch künstliche Intelligenz bekommen werden.

Beispielsweise kann man schon jetzt im Journalismus leicht Text erstellen lassen, in dem zum Beispiel ChatGPT mit allen nötigen Infos gefüttert wird und dann schließlich einen Text ausformulieren lässt.

Auch in der Kunstbranche wird es wahrscheinlich große Veränderungen geben. Noch ist KI nicht so weit, dass sie tatsächlich professionelle SchauspielerInnen ersetzen kann, aber es gibt nun schon einige virale Songs, die rein von KI „gesungen“ sind. In den USA gibt es mittlerweile mehrere Songs von KI erstellt, die die Charts hochklettern.

Auch Bildgeneratoren finden immer mehr Verwendung, da es einfach leichter ist für beispielsweise Startups, Flyer von KI generieren zu lassen, anstatt eine professionelle, teure Designerin oder Designer zu beauftragen.

Neben all diesen Jobs, die auf jeden Fall Einschränkungen erfahren werden, gibt es natürlich auch welche, die ziemlich sicher so wie bisher weiterexistieren werden.

Welche Jobs sind am sichersten?

Am sichersten sind vermutlich die klassischen Handwerksberufe, wie Schreiner oder Zimmerer. Gerade in so ländlichen Orten, wie es sie auch im Landkreis Miesbach gibt, wird wohl kaum irgendwann mal eine KI dein Dach reparieren. Bis das soweit ist, wird das wenn überhaupt noch eine Weile dauern.

Auch in Berufen in denen emotionale Intelligenz benötigt wird, ist KI sicher erstmal hinten angestellt. Das, was nämlich der Mensch eindeutig besser kann als KI, ist Sympathie und Emotionen fühlen.

Das heißt Leute wie PolitikerInnen, TherapeutInnen, JuristInnen oder LehrerInnen werden eher unwahrscheinlich von KI ersetzt werden. Die Vergangenheit zeigt nämlich, dass das nicht gut funktioniert.

Zum Beispiel vor Gericht scheiterte KI bereits. In den USA ließ man eine KI die aktuellen Häftlinge analysieren, um ein Muster herzustellen zwischen der Biographie eines Menschen und des Risikos straffällig zu werden. Weil aber überwiegend Schwarze im Gefängnis sind (da viele PolizistInnen leider allein deswegen die Menschen schon einbuchten), stuft die KI auch generell schwarze Menschen gefährlicher ein, auch wenn sie keine schwerwiegende Straftat begangen haben.

Hier kann man also stark davon ausgehen, dass der Mensch sich noch lange durchsetzen wird, da der KI für diese Entscheidungen oder Vorgehensweisen das Denken über die bloßen Daten hinaus fehlt.

Was für einen Beruf sollte man sich jetzt also aussuchen?

Prinzipiell gilt natürlich: mach das, worauf du am meisten Bock hast. Abgesehen von diesen bloßen Verwaltungs- oder Übersetzungsjobs wird es laut den meisten Experten kaum Berufe geben, die komplett wegfallen. Ja, viele werden sich verändern, aber es wird kaum eine/-r vollständig durch KI ersetzt werden.

Natürlich werden gerade KI-Entwickler oder generell Informatiker im Laufe der Zeit immer wichtiger werden, solltest du aber etwas eher „gefährdenderes“ werden wollen, wie zum Beispiel JournalistInnen, gibt es auch da Möglichkeiten, dir eine zukunftssichere Stelle aufzubauen.

Das sind zwar alles nur Spekulationen, da niemand weiß, wie die Welt in Zukunft aussehen wird, vielleicht etabliert sich KI gar nicht oder sie ersetzt uns doch alle vollständig, niemand weiß das zu 100%.

Deswegen können wir Jugendliche uns nur auf aktuelle Fakten berufen. Also wenn du gerade vor der Entscheidung stehst, was du mal arbeiten möchtest, dann lass dir nicht zu viel Angst einjagen. Informier dich am besten selbst, wie zukunftssicher dein Wunschberuf ist und im Zweifelsfall gibt es ja heute mehr Möglichkeiten denn je eigene Interessen zu einem Beruf zu machen, da ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du was passendes für dich findest.